Rezension zu Anja Bagus: Waldesruh – Ein Aetherwelt-Roman

Mein erster „Steampunk“-Roman … oh je, was ist das überhaupt? Nun, die Autorin hat sich da mal ihre eigene Definition notiert:

„Ok, Steampunk … ich versuche mich mal an einer Definition. Es ist nicht leicht, da haben sich schon ganz andere die Zähne dran ausgebissen. Also zuerst mal ist Steampunk tatsächlich so etwas wie eine Subkultur. Also es gibt Leute (wie mich) die sich ab und zu komisch anziehen und sich treffen. Wir basteln auch Dinge, Steampunker sind unheimlich kreativ. Es gibt Musik, Filme und eben Bücher. Man könnte Jules Verne als Steampunker bezeichnen: Steampunk ist eigentlich der Versuch, eine Zivilisation zu beleben, die in der Zukunft wieder auf rückständige Technologien zurückgreift (Retro-Futurismus: Computer, die mit Dampf angetrieben werde, zb). Der Kleidungsstil ist sehr weit von Viktorianisch über Western-Elemente und eben immer ein wenig „Punk“ dabei, ein bisschen Anarchie.
Jetzt komm ich aber zu meinen Büchern, die da nicht ganz reinpassen: für mich findet Steampunk auch in Deutschland statt (für viele andere gehört ein englischer Name und Setting unbedingt dazu). ich habe mir Baden-Baden und den Schwarzwald ausgedacht, weil ich Fantasy Elemente dabei habe. Ich habe auch keine Zukunft, sondern bei mir ändert sich die Welt im Jahr 1900 durch das Auftauchen des Aethers. Aber eben dadurch kann bei mir eine Menge möglich werden, was dann doch wieder Steampunk ist. Seltsame Maschinen und Dampf, Monster und eine kaisertreue Gesellschaft, die mit den Veränderungen umgehen muss.
In dem Sinne bin ich kein „echter“ Steampunk, aber das macht nichts, da das Genre sehr weit gefächert ist.“

 

 

So, wer jetzt noch nicht ganz im Bilde ist … Mr. Google weiß bestimmt mehr 😉

 

Allgemeines:

 

Waldesruh

 

Copyright © by Edition Roter Drache für die Printausgabe

Copyright © by 2014 Anja Bagus

1. Auflage: September 2014

Titelbild: Anja Bagus, Bildmaterial von Shutterstock

Gesamtherstellung: Wonka Druck, Berlin

Seitenzahl der Printausgabe: 312

eBook: 1407 KB

ISBN 10: 3939459844

ISBN 13: 978-3-939459-84-2

 

 

Quelle Coverbild: Amazon

 

 

 

Klappentext/Kurzbeschreibung:

 

Hochschwarzwald 1912:

Die adlige Witwe Minerva hat die Nase voll davon, weiterhin Gesellschafterin ihrer Mutter zu sein. Der Unternehmer Falk Bischoff will eine Glashütte kaufen, doch der Glasmachermeister wurde ermordet und seine wertvolle Forschung ist verschwunden. Ein preußischer Hauptmann folgt den unheilvollen Visionen einer Hexe. Seine Mission: einen drohenden Krieg verhindern.

Sie alle logieren im exklusiven Hotel Waldesruh, dessen verwöhnte Gäste sich eines luxuriösen Lebens erfreuen. Sie wollen Skilaufen oder im Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft kutschieren und sich abends mit Tanz und Gesellschaftsspielen amüsieren.

Doch auch sie müssen feststellen, dass der Æther rund um den mysteriösen Glasberg vieles verändert hat. Als in der Silvesternacht uralte Mächte erwachen, müssen sich alle entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.

Entdecken Sie die Aetherwelt: Steampunk aus Deutschland. Hier gibt es sowohl Automobile mit Aethereinspritzng, als auch Naturgeister, geheimnisvolle Apparate und religiöse Fanatiker. Das neue Buch der Autorin der erfolgreichen Annabelle Rosenherz-Reihe Anja Bagus!

 

Die Aetherwelt:

 

Die Aetherwelt ist eine alternative Realität, in der seit der Silvesternacht vor der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert ein mysteriöser, grüner Nebel über den Gewässern aufsteigt. Das Phänomen ist weltweit zu beobachten, doch zunächst noch so selten und unauffällig, dass es nicht wahrgenommen wird. Aber im Laufe der Jahre werden Forscher auf den Stoff aufmerksam und nennen ihn Aether.

Aether beeinflusst das Leben auf vielfältige Art und Weise. Einerseits ermöglicht seine Entdeckung technische Erfindungen wie Luftschiffe und Blitzwaffen, andererseits verändert er Pflanzen, Tiere und auch Menschen. Wesen aus Mythen und Legenden tauchen wieder auf und stellen die Gesellschaft auf harte Proben.

Wie geht man damit um, wenn der Nachbar zu einem Mannwolf wird? Oder die eigene Frau lieber im Wald an einer Quelle wohnt, als zu Hause am Herd zu stehen?

Dampfmaschinen pumpen unermüdlich, um den Aether zu komprimieren und Aetherbarone verdienen sich eine goldene Nase daran. Wissenschaftler forschen Tag und Nacht an weiteren Anwendungsmöglichkeiten – doch die Priester sprechen von einer Geißel Gottes, welche nur die Sünder, die „Verdorbenen“ trifft.

Im Großherzogtum Baden wird im Jahre 1911 A.D. das „Amt für Aetherangelegenheiten“ gegründet. Hier bemüht man sich darum, jenseits von wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Hintergründen zu forschen und das Leben in dieser neuen, veränderten Welt für alle zu erleichtern.

Quelle: Buch Innenseite

 

Coverbild:

 

Solch einem Buch kann ich natürlich nicht widerstehen, wenn schon die Farben „meine“ sind 😉 Von Blau und Türkis über Grün zu Weiß ist alles dabei und es schaut wirklich super aus. Der verschneite Schwarzwald, im Hintergrund der Vollmond, quer über dem Bild das Geweih des Erlkönigs. Dazu noch schemenhaft das Armaturenbrett des Rolls-Royce Green Ghost. Einfach ein Hinkucker!

 

Figuren:

 

Minerva Freifrau von Rappenfeld-Zähringen: Witwe von adeliger Herkunft welche sich endlich von ihrer vereinnahmenden Mutter lösen möchte. Trifft im Hotel Waldesruh den Mann ihrer Träume: Falk Bischoff.

Falk Bischoff: Glasfabrikant aus Baden-Baden.

Berta von Rappenfeld: Dominante Mutter von Minerva, eine ehemalige, bekannte Sängerin.

Hauptmann Richard zu Kirchbronn: Preußischer Offizier welcher in Baden-Baden in geheimer Mission unterwegs ist. Er möchte, genau wie Falk Bischoff, eine alte Glasfabrik aufkaufen, kommt aber nicht zum Zuge.

Der Erlkönig: Ein durch den Aether „Verwandelter“ welcher die Herrschaft im Wald hat, auch über die anderen Verwandelten und die Tiere dort.

 

Das Buch/mein Eindruck:

 

Eine interessante Vorstellung: Wie aus dem Nichts entweicht sogenannter Aether in die Atmosphäre, und plötzlich ist auf der Welt nichts mehr wie es einmal war. Menschen verändern sich, werden zu Wesen welche halb Mensch, halb Tier sind. Der Glasberg mit dem schlafenden Drachen wird freigelegt, und das zutage geförderte leuchtende Glas ist Fluch und Segen zugleich. Es ist gefährlich, und in den falschen Händen … naja, kein angenehmer Gedanke.

In diese Zeit des Wandels hinein geraten Minerva und Falk. Sie laufen sich zufällig über den Weg als die vom Rennsport begeisterte Minerva den Rolls-Royce  von Falk Bischoff quasi vor dessen unfähigem Chauffeur retten kann. Der Wagen ist nämlich umgebaut, hat eine Aethereinspritzung, und damit muss man erst mal umgehen können 😉 .

Die beiden geraten in einen Strudel aus Intrigen, Geheimnissen, Tod und Verderben. An ihnen liegt es das Schicksal vieler Menschen zum Positiven zu wenden und die Gefahr, welche im Glasberg schlummert, abzuwenden.

Erschwert wird alles durch den Hauptmann Richard zu Kirchbronn welcher eine nie dagewesene Erfindung heim ins Kaiserreich führen möchte. Einen Apparat welcher vorhersehen kann ob sich jemand verwandeln wird oder bereits verwandelt ist ohne dass seine Mitmenschen es bemerkt haben. Natürlich ist das Militär sehr an solchen Geräten interessiert. Der Erfinder selbst musste sterben als seine Erfindung von bösen Elementen gestohlen wurde.

Der Hauptmann sucht näheren Kontakt zu Minerva da die Prophezeiung einer Hexe vorhersagte, dass Minerva noch eine sehr wichtige Rolle spielen wird bei den Geschehnissen, welche durch die Silvesternacht ins Rollen gebracht wurden. Denn in dieser Nacht, als im Hotel Waldesruh die Zeichen eigentlich auf Neujahrsparty und Skilaufen etc. gestellt sind, eskaliert die Situation auf einmal: Der Erlkönig tritt in Erscheinung und will einerseits Rache für den Tod und die Misshandlung vieler Verwandelter. Andererseits macht er unmissverständlich klar dass ER ab sofort die Herrschaft über den Wald hat und „normale“ Menschen nur noch mit seiner Zustimmung dort geduldet werden.

Minerva und Falk verlieben sich trotz der widrigen Umstände, was dem Hauptmann nicht sehr gefällt. Aber als Kavalier und Gentleman macht er gute Miene zum bösen Spiel.

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Das Ende von Band 1 „Waldesruh“ klärt zwar einige Fragen, lässt aber genügend Fragen offen für Band 2 „Glasberg“, was ich sehr gut finde, auch wenn es dann erst mal hieß: Zappeln bis ich Band 2 in Händen hielt 😉 .

Die Geschichte an sich ist wunderbar erzählt. Das ist mal eine völlig neue Idee welche von der Autorin gut erklärt umgesetzt wurde. Leider strotzte Band 1 nur so vor grammatikalischen Fehlern und teils wirrem Satzbau. Da es eine Korrekturlesung durch ein Lektorat gab kann man der Autorin aber kaum Vorwürfe machen. Mir ist nämlich schon klar dass, wenn man den Kopf voll hat mit 1000 Ideen für den nächsten Satz, den nächsten Absatz und das nächste Kapitel, sich die Buchstaben schon einmal überschlagen können. Von einem Lektorat erwarte ich dann aber astreine Arbeit welche hier nicht gegeben ist. Schade. Aber die Leselust ließ ich mir davon nicht verderben 😉 .

Teils schmunzeln und teils die Augen verdrehen musste ich wenn die Mutter der Freifrau, Berta, ins Geschehen rückte. Du meine Güte, ist DIE Frau anstrengend, aber von der Sorte kenne ich in Natura (leider) auch genügend 😛 .

Viel mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht mehr sagen, sonst heißt es noch ich spoilere, und ihr wisst ja, das mache ich eigentlich nicht. Es soll sich schon jeder selber da durchlesen *kicher*.

Auf jeden Fall ist dieses Buch lesenswert wenn man mal eine völlig andere Art der Fantasy kennen lernen möchte. Und auch wenn das mit den wirren Buchstaben passiert ist, so ist mir dieser Band doch eine ordentliche Teufelszahl wert 😀 . (Psssst ich bin ja schon mitten in Band 2, deshalb muss ich hier unbedingt noch Luft nach oben lassen, ihr versteht? 😉 ).

 

Teufelchen4

 

Zur Autorin:

 

Anja Bagus (15.05.1967): Geboren im schönen badischen Land lebt sie heute im Ruhrgebiet mit Katzen, Hund, Mann und Kind. Nach Studium und tausend Jobs hat sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht. Privat spielt sie schon seit über 20 Jahren Fantasy Rollenspiele, zuhause am Tisch oder auch in der „Live“- Version.
2012 entdeckte sie die Aetherwelt und schreibt seither fast ununterbrochen. Was mit „Aetherhertz“ begann hat so bald kein Ende. Inzwischen nähert sich die zweite Trilogie in der Aetherwelt der Vollendung zu.

Quelle: Amazon

 

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Ein Kommentar zu “Rezension zu Anja Bagus: Waldesruh – Ein Aetherwelt-Roman

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