Rezension: Donna W. Cross: Die Päpstin

Umstritten unter Historikern, von der katholischen Kirche tabuisiert. Die Geschichte der Päpstin Johanna welche im 9. Jahrhundert gewirkt haben soll. Ein Roman der viele Fragen aufwirft, aber auch Fragen beantworten kann …

 

Allgemeines:

 

 

Cover Die Päpstin

 

 

© Rütten & Loening, Berlin GmbH 1996

17. Auflage 1999

Aufbau Taschenbuch Verlag GmbH, Berlin

Pope Joan © by Donna W. Cross 1996

Umschlaggestaltung Preuße & Hülpüsch Grafik-Design

nach einem Gemälde von Bernardino Betto

Druck und Binden Clausen & Bosse, Leck

Printed in Germany

ISBN: 3-7466-1400-7

 

 

 

 

 

 

Buchcover:

 

Ein eindrucksvolles Gemälde welches alles Wesentliche enthält was es zu Päpstin Johanna zu zeigen gibt: Sie sitzt auf dem päpstlichen Thron, um sich ihre engsten Mitarbeiter, und geht ihren Aufgaben nach. Außerdem sieht man dass sie schwanger ist. Und diese Schwangerschaft wurde ihr ja zum Verhängnis …

 

Figuren:

 

Johanna von Ingelheim, später besser bekannt als Papst Johannes Anglicus. Wollte sich nicht mit der Rolle der Frau des 9. Jahrhunderts zufrieden geben. Mit viel Mühe, Glück und Verstand (wovon sie eine Menge besaß, was zu der damaligen Zeit schon fast an Hexerei grenzte) erhielt sie eine gut fundierte Ausbildung im Lesen und Schreiben.

Gerold, ein Ritter, Herr auf der Burg Villaris. Zwar wesentlich älter als Johanna und zudem verheiratet, verlieben sich die beiden. Beschützt und unterstützt Johanna bei ihrem Werdegang.

Der Dorfpriester von Ingelheim, Vater von Johanna und ihren Brüdern Matthias und Johannes. Absolut davon überzeugt dass Frauen nichts wert sind, die Sünde selbst, und auf keinen Fall etwas lernen dürften.

Gudrun, die Frau des Dorfpriesters, eine „Heidin“ die er von seinen Reisen mitgebracht hat.

Arsenius und Anastasius, Vater und Sohn, Römer, aus einflussreicher Familie, ständige Widersacher Johannas und nur auf ein Ziel fixiert: dass der Sohn als erster der Familie den päpstlichen Thron besteigt.

 

Klappentext:

 

„Im bitterkalten Winter des Jahres 814 bringt die heidnische Frau des Dorfpriesters ein Mädchen zur Welt: Johanna. Sie wächst in einer Welt düsteren Aberglaubens auf, gegen den ihr Vater grausam zu Felde zieht; er lässt sogar die Hebamme des Ortes als Hexe verfolgen. Ein Mensch erkennt bei Johanna besondere Gaben – Aeskulapius, der Pädagoge aus dem fernen Byzanz, weist sie als einziges Mädchen in die Lehren der Philosophie und Logik ein. Doch beinahe wird Johanna ihr Wissensdurst zum Verhängnis. Nur der Ritter Gerold, ihr Freund und späterer Liebhaber, vermag sie vor dem grausamen Magister Odo zu bewahren. Nach einem verheerenden Feldzug der Normannen weiß sie endgültig: Frauen wie sie überleben in dieser Welt nicht. So geht sie als Mönch verkleidet ins Kloster Fulda. Als Medicus betritt sie Jahre später Rom, die Stadt des Papstes – wo die Wechselfälle des Schicksals sie schließlich selbst auf den heiligen Stuhl bringen.“

 

Mein Eindruck:

 

Von Anfang an war ich fasziniert von dieser Geschichte. Leider wurden ja die meisten Schriften über Päpstin Johanna vernichtet, sie wurde von Seiten der katholischen Kirche ausradiert. Bis hinein ins 16. Jahrhundert jedoch war ihr Schicksal allgemein bekannt, und die Bemühungen der Kirche sie vergessen zu lassen wurden von Historikern durchkreuzt welche ihre eigenen Schriften verfassten. Da über das Leben der Johanna nicht mehr viel zu erfahren ist musste die Autorin natürlich einen Rahmen nach eigenen Vorstellungen gestalten, angefangen mit der Geburt und der Kindheit des Mädchens. Meiner Meinung nach ist ihr das aber außerordentlich gut gelungen. Obwohl es keine besonders aufregenden Passagen gibt die einen mitfiebern lassen wird man doch von der Erzählung im Ganzen gefesselt und möchte von Seite zu Seite wissen wie es weiter geht. Die Lebensumstände sowohl der armen und bürgerlichen bis hin zur adeligen Bevölkerung, und natürlich des Klerus, werden sehr authentisch wiedergegeben. Genau so stellt man sich das Leben damals vor. Hart, beschwerlich, nur den grausamen Gesetzen der Natur und dem Willen des Adels und des Klerus folgend. Fehler, auch wenn sie noch so menschlich scheinen, wurden hart bestraft. Nur wer mit dem Strom schwamm und nicht negativ auffiel konnte überleben.

Ja, und obwohl man schon mit Beginn der Lektüre weiß welches Schicksal Johanna ereilte stimmt einen ihr Ende traurig und auch nachdenklich. Was, wenn es schon damals mehr Frauen ihrer Sorte gegeben hätte? Wie hätte sich die Gesellschaft, die Menschheit, entwickelt? Was, wenn Frauen mit Intellekt und Wissbegier damals hätten handeln und lernen können wie sie es gerne gewollt hätten? Wenn sie schon damals Mitspracherecht in Politik und Religion gehabt hätten wie es heute, zumindest in der westlichen Welt, eigentlich normal ist, wären uns dann einige Kriege, Diktaturen, Willkür der „oberen Zehntausend“ und der religiösen Führer erspart geblieben? …

Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Darüber wie ungerecht die Welt damals war. Und es regt auch dazu an nicht in dem Bemühen nachzulassen die Errungenschaften der letzten 100 bis 150 Jahre zu wahren und zu verbessern. Auf dass wir irgendwann einmal, aber wohl nicht mehr zu unseren Lebzeiten, in einer perfekten Gesellschaft angekommen sind.

 

Fazit und Bewertung:

 

Unbedingt lesen! Unterhaltsam, informativ, anregend. Mit diesen drei Worten lässt sich dieses Buch hervorragend beschreiben. Und somit vergebe ich wohlverdiente 5 Teufelchen 😀

 

Teufelchen5

 

Steckbrief zur Autorin:

„Cross wuchs in New York City auf. Nach ihrem Studium der englischen Literatur arbeitete sie unter anderem in der Verlagsbranche. Heute lebt sie einige Autostunden nördlich der Großstadt im Bundesstaat New York und lehrt Kreatives Schreiben am Onondaga College. Das 1996 erschienene Werk „Die Päpstin“ ist der erste Roman der Autorin, dessen Rechte sie in der Folgezeit für die Produktion eines Kino- und TV-Films (2009) und eines Musicals (2011) vergab. Ihre vorausgegangenen Publikationen waren Sachbücher und Ratgeber, die sich mit den Themen Gesprächstraining und Kommunikation befassten.“

Quelle: Wikipedia

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2 Kommentare zu “Rezension: Donna W. Cross: Die Päpstin

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